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Die Viertels Wahrheit. Garantiert nichts Autobiographisches

Sie tunkte ihren Keks in den Kaffee. »Sag mal, kannst du eigentlich kochen?«
»Kochen?«, wiederholte ich verdutzt.
»Ja. Kannst du das? Seit du hier arbeitest, bringst du jeden Tag Marmeladenbrote mit.«
»Naja, ich kann Spaghetti und Nudeln und sowas machen.«
Sie stand auf und fing an, in einigen Kisten mit Platten herumzustöbern.
»Du armer Irrer. Hättest du mir gleich sagen sollen. Ich kann dir doch was kochen. Beim nächsten Mal bringe ich ein anständiges Mittagessen mit.«
»Brauchst du nicht. Wirklich.«
Sie hörte mich gar nicht, stattdessen zog sie eine Platte heraus und betrachtete sie nachdenklich.
»Und wie ist es mit Jazz?«, fragte sie über die Schulter.
»Jazz?«
»Ja. Wie sieht es damit aus?«
Ich zuckte mit den Schultern. »Wie mit dem Kochen, würde ich sagen.«
Sie lachte. »Du bist echt ein merkwürdiger Mensch. Was hörst du denn, wenn du Jazz hören willst?«
»Rock.«
Sie schüttelte den Kopf. »Du armer Irrer. Ihr seid alle gleich. Ihr könnt nicht kochen und habt keine Ahnung von Jazz. Pass auf, es gibt Sachen, die muss man im Leben einfach lernen, verstehst du? Und die beiden Sachen sind solche Sachen. Hör zu, wir machen das so. Ich bringe dir das Kochen bei und du hörst ein bisschen mehr Jazz, in Ordnung? Da, fang damit an.« Sie warf mir irgendwas von Keith Jarreth auf den Schoß.
Ich nickte. »Ich komme mir vor wie in einem Murakami-Roman.«
Sie lachte.
22.9.07 21:47
 


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